Positive Split
Positive Split: Du läufst die zweite Rennhälfte langsamer als die erste. Beim HYROX® passiert das oft, wenn du zu schnell startest und die Erschöpfung an den späteren Stationen immer größer wird.
Positive Split
Ein Positive Split entsteht, wenn du die zweite Rennhälfte langsamer absolvierst als die erste. Der Begriff kommt aus dem Laufsport, wo Zwischenzeiten in festen Abständen gemessen werden. Im HYROX®-Kontext heißt das: Deine späteren Laufabschnitte und Stationszeiten sind deutlich langsamer als die frühen Einheiten. Das ist ein klassisches Zeichen für schlechtes Pacing. Ein gewisses Maß an Positive Splitting ist in einem Rennen, das 60–90 Minuten lang Erschöpfung aufbaut, kaum vermeidbar. Ein großer Positive Split zeigt aber, dass du in der Anfangsphase zu viel Energie verpulvert hast.
Warum das beim HYROX® so wichtig ist
HYROX® verstärkt die Konsequenzen eines Positive Splits in besonderer Weise. Bei einem reinen Laufrennen bedeutet ein zu schneller Start nur, dass spätere Kilometer langsamer werden. Beim HYROX® wird aus langsamen Kilometern auch noch Stationsschwäche. Der Effekt verstärkt sich: Beine, die du beim ersten 1-km-Lauf im Rennrhythmus verbrannt hast, müssen danach einen 200-kg-Schlitten schieben[2]. Jede Station kostet mehr Energie als sie sollte, der nächste Laufabschnitt wird noch langsamer.
Daten aus tausenden HYROX®-Ergebnissen zeigen: Die besten Finisher haben bemerkenswert gleichmäßige Splits. Ihr achter Laufabschnitt ist nur 5–15 Sekunden langsamer als der erste. Durchschnittliche Athleten sehen ihren letzten Laufabschnitt dagegen oft 30–60+ Sekunden langsamer als den ersten. Diese Lücke über acht Abschnitte addiert sich auf 5–10 Minuten Gesamtzeitverlust.
Dazu kommt der mentale Preis. Wer an Station sechs keine Substanz mehr hat und noch zwei weitere vor sich hat, bricht innerlich ein. Athleten mit starkem Positive Split beschreiben die letzten drei Runden oft als pures Überleben, nicht als Rennen.
Wie du es angehst
Das Gegenmittel gegen Positive Splitting ist konsequentes Pacing. Leg ein Zieltempo für deine Laufabschnitte fest, das zu deinem Fitnesslevel passt, und halte es von Anfang an, auch wenn sich frische Beine schneller anfühlen. Ein guter Richtwert: Dein erster Laufabschnitt sollte sich fast zu leicht anfühlen, um RPE 5–6[3].
Trainier das Pacing gezielt mit 8×1 km in deinem Zielrenntempo, Pausenzeiten entsprechend der erwarteten Stationszeiten (4–6 Minuten). Nutz eine Uhr und halt dich daran. Wenn dein erster Kilometer 10 Sekunden schneller als geplant ist, drossle bewusst.
Für das Stationspacing: Setz dir Zielzeiten aus dem Training und geh die erste Station mit 90–95 % deiner Maximalleistung an. Das Reserve-Polster zahlt sich in der zweiten Hälfte aus. Viele erfahrene HYROX®-Athleten peilen bewusst einen leichten Negative Split an, finishen also schneller als sie gestartet sind.
Wichtige Richtwerte
- Erster Laufabschnitt RPE: 5–6. Er soll sich leicht anfühlen. Vertrau dem Plan.
- Ziel: gleichmäßige Splits: Weniger als 10 Sekunden Unterschied zwischen deinem schnellsten und langsamsten Laufabschnitt.
- Stationspacing: Starte mit 90–95 % Leistung; 100 % erst bei den letzten zwei Stationen, wenn nötig.
- Nutz eine Uhr: Kontrollier dein Tempo bei Meter 200 und Meter 500 jedes Laufabschnitts. Korrigier sofort, wenn du vor dem Zielwert liegst.
- Trainier das: 8×1 km im Zielrenntempo, um Pacing-Disziplin aufzubauen.
Häufige Fragen
Ist ein gewisser Positive Split beim HYROX® normal?
Ja. Durch die kumulative Erschöpfung der Stationen werden auch gut eingeteilte Athleten einen leichten Positive Split sehen, typischerweise 5–15 Sekunden langsamer in den letzten Laufrunden als in der ersten. Das Ziel ist, den Split klein zu halten, nicht ihn ganz zu vermeiden.
Was ist der häufigste Pacing-Fehler beim HYROX®?
Zu schnell in den ersten Laufabschnitt starten.[1] Das Adrenalin an der Startlinie und frische Beine täuschen über die eigene Kapazität hinweg. Einen Kilometer 15–20 Sekunden schneller als geplant zu laufen, löst eine Erschöpfungskaskade aus, die sich über das gesamte Rennen verschlimmert.
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Quellen
Ribeiro, G., De Aguiar, R. A., Tramontin, A. F., Martins, E. C., & Caputo, F. (2024). Fatigue and performance rates as decision-making criteria in pacing control during CrossFit. Perceptual and Motor Skills, 131(4), 1274-1290. ↩
Jones, A. M., & Vanhatalo, A. (2017). The 'critical power' concept: Applications to sports performance with a focus on intermittent high-intensity exercise. Sports Medicine, 47(Suppl 1), S65-S78. ↩
Girard, O., Mendez-Villanueva, A., & Bishop, D. (2011). Repeated-sprint ability - Part I: Factors contributing to fatigue. Sports Medicine, 41(8), 673-694. ↩
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