HYROX Partner-Workout: Doubles-Sessions
Die Doubles-Division wächst schneller als jedes andere HYROX®-Format. So strukturierst du Partner-Workouts, teilst Stationen auf und trainierst gezielt für Doubles.
Warum Partner-Training anders ist als Solo-HYROX®-Vorbereitung
Die meisten Athleten, die sich auf HYROX® Doubles vorbereiten, trainieren den Großteil der Zeit allein. Sie absolvieren ihre Tempoläufe solo, schlagen ihre Stationsintervalle solo und erscheinen am Race Day mit der Erwartung, dass sich zwei individuelle Fitnessprofile problemlos zusammenfügen. Meistens tun sie das nicht.
HYROX® Doubles sind keine zwei parallelen Solo-Leistungen. Partner wechseln sich nach jedem 1-km-Lauf ab, beide laufen jede Runde, und alternieren bei jeder Station Wiederholung für Wiederholung, bis das Gesamtvolumen komplett ist. Diese Struktur erzeugt eine spezifische physiologische Anforderung, die kein Solo-Training replizieren kann: einen sich wiederholenden Rhythmus aus Arbeit, Erholung und Arbeit, bei dem dein Erholungsfenster exakt die Arbeitszeit deines Partners ist und die Qualität deiner Leistung direkt davon abhängt, wie gut sich deine Erholung mit seinem Tempo deckt.
Die Repz-Daten der letzten Saisons zeigen: Doubles-Teams mit strukturierter gemeinsamer Trainingshistorie finishen 7–12 Minuten schneller als Teams ohne gemeinsame Vorbereitung.[1] Dieser Unterschied ist kein Fitness-Unterschied; es ist ein Koordinations-Unterschied. Partner-Workouts schließen ihn.
Die Doubles-Division ist aktuell das am schnellsten wachsende Format im Sport. Mehr Athleten melden sich als Teams an als in jeder vorangegangenen Saison. Das bedeutet: mehr Konkurrenz in jeder Finishzeit-Band. Eine vollständige Erklärung, wie die Doubles-Division aufgebaut ist und wie der Race Day abläuft, findest du im HYROX®-Doubles-Guide. Den Trainingsplan, der diese Sessions in einen Wochenplan einbettet, findest du im HYROX®-Doubles-Trainingsplan.
Dieser Artikel konzentriert sich auf die Partner-Workout-Sessions selbst: vier verschiedene Formate, mit denen du den abwechselnden Arbeits-Erholungs-Rhythmus aufbaust, Stationsübergaben übst und euer gemeinsames Pacing vor dem Race Day kalibrierst.
Das Grundprinzip: Abwechselnder Erholungs-Arbeits-Rhythmus
Bevor wir die Sessions durchgehen, lohnt es sich, die zugrundeliegende Mechanik klar zu verstehen. Denn die meisten Partner-Trainingseinheiten scheitern genau daran, dass sie sie ignorieren.
Bei Doubles ruhst du dich aus, während dein Partner an einer Station arbeitet. Aber diese Erholung ist zeitgebunden: Sie endet genau dann, wenn dein Partner die letzte Wiederholung abgeschlossen hat. Deine Herzfrequenz bei einer Übergabe ist nicht vollständig erholt. Du nimmst die Farmers Carry-Griffe bei 140 bpm in die Hand, nicht bei 100. Die relevante Trainingsanpassung ist nicht maximale Leistung an einer Station; es ist maximale Leistung an einer Station nach unvollständiger Erholung.
Das bedeutet: Partner-Workouts sollten so strukturiert sein, dass dein Erholungsintervall zwischen den Sätzen genau die Arbeitszeit deines Partners ist, kein fixer Countdown. Wenn dein Partner 25 Sekunden für seine Wall Balls braucht, ruhst du 25 Sekunden. Ermüdet er in Trainingswoche 10, ruhst du länger. Die Drift in der Erholungsqualität zeigt euch genau, wie sich der Race Day anfühlen wird.
Bei der Doubles-Division laufen beide Athleten jeden Kilometer. Das ist ein weit verbreitetes Missverständnis. Ein Partner läuft nicht, während der andere rastet. Beide laufen, dann geht ein Athlet zur Station, während der andere wartet. Laufkondition ist damit ein gemeinsamer Kostenpunkt für beide Athleten.[2] Partner-Workouts müssen das widerspiegeln: Die Laufabschnitte sind keine Pause.
Session 1: Stationsalternations-Drill (Technikschwerpunkt)
Dauer: 45–55 Minuten Intensität: 65–70 % der Maximalleistung Ziel: Saubere Übergabemechanik aufbauen und Arbeits-Erholungs-Rhythmus bei niedriger Intensität etablieren Einsatz: Wochen 1–4 eines Doubles-Vorbereitungsblocks
Das ist die Basiseinheit. Überspring sie nicht zugunsten intensiverer Arbeit in den frühen Trainingswochen. Es geht nicht um Fitness; es geht darum, die Mechaniken einzuüben, die später unter Druck abgerufen werden müssen.
Struktur
Aufwärmen (10 Min.): Beide Athleten laufen 1 km gemeinsam im lockeren Gesprächstempo, dann 5 Minuten gemeinsame Mobility (Hüftkreisen, thorakale Rotation, Band Pull-Aparts).
Hauptteil: Vier Stationen im Wechselformat absolvieren. Diese Reihenfolge spiegelt die Doubles-Rennstruktur:
- Lauf 1 (1 km, gemeinsam): Beide laufen bei lockerer bis moderater Pace, maximal 5 Meter voneinander entfernt. Nach dem Lauf geht Athlet A zur Station. Athlet B rastet.
- SkiErg (abwechselnd, 1 Rep pro Person, 60 Reps gesamt): Athlet A absolviert eine Wiederholung, tippt Athlet B an, Athlet B absolviert eine Wiederholung. Weiter bis 60 Reps komplett sind. Als Übergabe-Signal „GO“ oder eine Schulterberührung vereinbaren. Vorher festlegen und nicht variieren.
- Lauf 2 (1 km, gemeinsam): Beide laufen. Danach geht Athlet B zur Station. Athlet A rastet.
- Sled Push (abwechselnd, 25-m-Längen, 4 Längen gesamt): Athlet B schiebt eine 25-m-Länge, tippt Athlet A an, weiter abwechselnd für 4 Längen.
- Lauf 3 (1 km, gemeinsam): Athlet A geht nach dem Lauf zur Station.
- Rowing (abwechselnd, 100-m-Segmente, 600 m gesamt): Wechsel alle 100 m. Signal: Der Athlet führt den Griff zur Ausgangsposition zurück und steigt vom Sitz.
- Lauf 4 (1 km, gemeinsam): Athlet B geht nach dem Lauf zur Station.
- Wall Balls (abwechselnd, 1 Rep pro Person, 50 Reps gesamt): Athlet B wirft eine Wiederholung, Athlet A fängt den Ball und wirft sofort eine Wiederholung. Das entspricht dem Einzelwechsel-Format im Wettkampf.
Cool-down (10 Min.): Lockeres Auslaufen, Dehnen.
Was du tracken solltest
Jede Übergabe stoppen. Das Ziel in dieser Session ist Konstanz, nicht Geschwindigkeit. Liegen die Übergaben im Schnitt über 8 Sekunden, die Ursache identifizieren: zu spätes Signal, falsche Position, Unklarheit, wer dran ist. Dann den Drill wiederholen, bevor ihr zur nächsten Station wechselt.
Auch prüfen, ob sich das Erholungsintervall proportional anfühlt. Ist ein Partner deutlich langsamer an einer Station, verlängert sich die Pause des anderen, und wenn er dann seinen Satz beginnt, ist er möglicherweise zu wenig aufgewärmt. Diese Asymmetrie früh ansprechen.[3]
Session 2: Doubles Race-Simulation (Pacing-Schwerpunkt)
Dauer: 70–90 Minuten Intensität: 80–85 % der Rennleistung Ziel: Gemeinsames Pacing über eine vollständige Rennlänge im Wechselformat kalibrieren Einsatz: Wochen 5–8 eines Doubles-Vorbereitungsblocks
Diese Session spiegelt die vollständige Doubles-Rennstruktur: 8 Läufe à 1 km, beide laufen jeden davon, 8 Stationen mit abwechselnden Reps, durchgehende Übergaben. Die Stationen werden nicht mit Renngewicht absolviert; das kommt in Woche 10. Hier geht es um Pacing.
Struktur
Alle acht Stationen in Rennreihenfolge absolvieren:
- SkiErg: 1.000 m gesamt, abwechselnd je eine Rep
- Sled Push: 50 m gesamt, abwechselnd 25-m-Längen
- Sled Pull: 50 m gesamt, abwechselnd 25-m-Längen
- Burpee Broad Jumps: 80 m gesamt, abwechselnd je eine Rep
- Rowing: 1.000 m gesamt, abwechselnd 100-m-Segmente
- Farmers Carry: 200 m gesamt, abwechselnd 50-m-Längen
- Sandbag Lunges: 100 m gesamt, abwechselnd 25-m-Längen
- Wall Balls: 100 Reps gesamt, abwechselnd je eine Rep
Vor dem Start einigt ihr euch auf eine Ziel-Laufpace. Orientierung aus dem HYROX®-Workout-Guide:
| Zielzeit-Band | Gemeinsame Laufpace pro km |
|---|---|
| Sub-75 min | 4:20–4:40 /km |
| Sub-90 min | 5:15–5:35 /km |
| Sub-120 min | 6:45–7:15 /km |
Bei km 400 im ersten Lauf ruft ein Partner den Split. Liegt ihr vor der Pace, runternehmen. Ein zu früher Ausreißer im Doubles-Rennen passiert meistens in den Läufen, nicht an den Stationen.
Was du tracken solltest
Die individuelle Stationszeit jedes Athleten festhalten: die Zeit, die tatsächlich an der Station gearbeitet wird, nicht die Wartezeit. Am Ende hat jeder Athlet vier Stationszeiten. Diese mit den individuellen Stations-Benchmarks aus dem Solo-Training vergleichen. Braucht ein Partner an einer bestimmten Station mehr als 30 Sekunden länger als erwartet, ist das die wichtigste Baustelle für die Folgewoche.
Auch die gemeinsame Laufpace pro Kilometer festhalten. Drückt ein Athlet in den frühen Runden konsequent über das Ziel hinaus, das direkt ansprechen. Der schnellere Athlet passt sich dem langsameren an. Das kostet das Team nichts. Bricht der langsamere Athlet in der zweiten Hälfte ein, kostet das Minuten.[4]
Wie du diese Pacing-Daten in euren Race-Day-Plan überträgst, erklärt HYROX® Doubles Pacing.
Session 3: Stationsübergabe-Overload (Ermüdungs-Drilling)
Dauer: 35–45 Minuten Intensität: 85–90 % an den Stationen, moderat bei den Läufen Ziel: Übergabemechanik unter echter Ermüdung einprägen Einsatz: Wochen 6–10 eines Doubles-Vorbereitungsblocks
Übergaben, die bei 65 % funktionieren, fallen bei 88 % auseinander. Diese Session isoliert genau das Problem: komprimiertes Volumen, hohe Stationsintensität, Läufe im moderaten Bereich.
Struktur
Satz 1: Sled-Komplex (15 Min.):
- Beide laufen 1 km im moderaten Tempo
- Athlet A: Sled Push 25 m mit Renngewicht
- Übergabe: Athlet A tippt Athlet B auf die Schulter und tritt sofort zur Seite
- Athlet B: Sled Push 25 m mit Renngewicht
- Übergabe zurück zu Athlet A
- Athlet A: Sled Pull 25 m
- Übergabe
- Athlet B: Sled Pull 25 m
- 3 Minuten Pause (beide Athleten)
Jede Übergabe stoppen. Ziel: unter 5 Sekunden von dem Moment, in dem der arbeitende Athlet seine Rep beendet, bis der nachfolgende Athlet startet. Nach zwei Durchgängen sollten Übergaben automatisch ablaufen: Beide wissen genau, wann sie sich nähern und wo sie stehen müssen.
Satz 2: Oberkörper-Wechselkomplex (15 Min.):
- Beide laufen 1 km im moderaten Tempo
- SkiErg: 80 Reps, Wechsel alle 5 Reps. Die Satzgröße wird vorher festgelegt: „5 und wechseln“ ist das Protokoll, abgestimmt vor Beginn des Satzes. Kein Neuverhandeln während des Satzes.
- Rowing: 600 m, Wechsel alle 100 m
- 3 Minuten Pause
Die entscheidende Fähigkeit hier ist nicht die Übung; es ist das Übergabesignal unter körperlichem Stress. Bei 85 % Intensität am SkiErg atmet der abgebende Athlet schwer und ist kognitiv ausgelastet. Das Einstiegssignal muss so klar sein, dass der eingehende Athlet ohne Zögern startet.
Satz 3: Carry-and-Lunge-Komplex (15 Min.):
- Beide laufen 1 km im moderaten Tempo
- Farmers Carry: 150 m, Wechsel alle 50 m
- Sandbag Lunges: 80 m, Wechsel alle 20 m
Bei Farmers Carry und Sandbag Lunges akkumulieren Griffkraft und Beinermüdung gleichzeitig. Dieser Satz testet, ob Übergaben funktionieren, wenn beide Athleten erschöpft sind, nicht nur einer.
Cool-down: 5 Minuten lockere Bewegung, Partner-Dehning.
Warum das funktioniert
Das Überload-Übergabe-Format schließt die Lücke zwischen geübter Mechanik und Rennmechanik. Die meisten Teams üben Übergaben am Anfang einer Einheit, wenn beide Athleten frisch sind. Diese Session zwingt die Übergabe dazu, zu funktionieren, wenn ein Athlet noch von seinem Sled Push außer Atem ist und der andere bei hoher Intensität einsteigen soll. Das ist die Bedingung, die am Race Day zählt.
Session 4: Vollständige Race-Generalprobe
Dauer: Renndauer + 15 Minuten Intensität: 90–95 % (Ziel-Rennintensität) Ziel: Den vollständigen Doubles-Rennplan unter rennnahen Bedingungen ausführen Einsatz: Wochen 10–11 eines Doubles-Vorbereitungsblocks, maximal einmal pro Woche
Das ist keine Fitness-Einheit. In Woche 10 sind beide Athleten trainiert. Das hier ist eine Planausführungs-Session: ein vollständiger Durchlauf eurer Stationszuweisung, eures Übergabeprotokolls, eurer Laufziele und eures Kommunikationssystems, der Reihe nach, bei Rennintensität.
Checkliste vor der Session
Vorher bestätigen:
- Wer startet (Athlet A oder Athlet B läuft km 1 und rastet dann, während Partner Station 1 übernimmt)
- Stationszuweisung für alle acht: auf einer Karteikarte notieren oder am Unterarm befestigen
- Übergabesignal: verbal oder physisch, vorher abgestimmt, nicht improviert
- Ziel-Laufpace pro km-Band
- Kommunikationssignale: grün (auf Pace), gelb (am Limit), rot (ich brauche, dass du im nächsten Abschnitt zulegest)
Ein vollständiges Framework für den Umgang mit diesen Kommunikationssignalen während des Rennens findest du unter HYROX® Doubles Communication.
Struktur
Alle acht Stationen mit Renngewicht und Rennpace absolvieren, der Reihe nach, mit je 1 km Lauf dazwischen. Beide Athleten laufen jeden Kilometer. Festhalten:
- Jede individuelle Stationszeit
- Jede Übergabezeit
- Jeden Kilometer-Split
Review nach der Session
Nach der Generalprobe zusammensetzen und die Daten durchgehen:
- Welche Stationsübergaben haben mehr als 6 Sekunden gebraucht?
- Welcher Kilometer war der schnellste? Seid ihr zu früh zu hart gegangen?
- Hat die Stationszuweisung gehalten, oder sah ein Partner an seiner zugewiesenen Station überfordert aus?
- Wurden die Kommunikationssignale eingesetzt? Falls nicht: weil alles gut war, oder weil keiner Schwäche zeigen wollte?
Die Generalprobe hat nur Wert, wenn ihr das Debrief macht. Ohne Debrief ist es einfach ein hartes Workout. Mit Debrief habt ihr einen Rennplan, der unter rennnahen Bedingungen validiert wurde.[5]
Den vollständigen Trainingsaufbau, der diese Sessions in einem 12-wöchigen Vorbereitungsblock positioniert, findest du im HYROX®-Trainingsplan, mit Wochenstruktur, Belastungsprogression und Taper-Protokoll.
Stationsaufteilung und Übergaben trainieren
Die Stationsaufteilung, also wie die Reps zwischen den Partnern verteilt werden, bestimmt sowohl das Tempo als auch die Belastungsverteilung an jeder Station. Sie im Training richtig hinzubekommen ist die wirkungsvollste Koordinationsfähigkeit, die ein Doubles-Team entwickeln kann.
Der Aufteilungsprozess
Schritt 1: Solo-Benchmark jede Station. Beide Athleten timen sich unabhängig voneinander an jeder der acht Stationen bei Rennlast-Intensität. Ergebnisse notieren. Der Zeitunterschied zwischen den Partnern pro Station ist die Datengrundlage für die Aufteilungsentscheidung.
Schritt 2: Aufeilungstyp festlegen. Bei Stationen, bei denen der Zeitunterschied unter 15 Sekunden liegt, strikt gleich aufteilen: abwechselnd jede Rep oder jeden Satz, ohne Abweichung. Bei Stationen mit mehr als 20 Sekunden Unterschied führt der stärkere Athlet. Er geht zuerst und gibt den Arbeitsrhythmus vor. Zuerst zu gehen ist ein struktureller Vorteil: Der stärkere Athlet bestimmt das Tempo, anstatt sich einer langsameren Kadenz anzupassen.
Schritt 3: Die Zuweisungskarte schreiben. Die Karte listet jede Station, welcher Athlet führt und die Satzgröße bei Block-Alternation. Karte in jeder Trainingseinheit ab Woche 5 verwenden. Ändert sich die Karte, vor der nächsten gemeinsamen Session aktualisieren. Nicht aus dem Gedächtnis improvisieren.
Schritt 4: Unter progressiver Ermüdung üben. Die Zuweisungskarte bei 70 % in Woche 5, bei 80 % in Woche 7, bei 90 % in Woche 9 und bei Rennintensität in Woche 10 ausführen. Am Race Day sollte die Karte automatisch sitzen.
Häufige Übergabefehler
Vor dem Signal starten. Der eingehende Athlet beginnt seinen Satz, bevor der abgehende das Signal gibt. Das erzeugt ein Timing-Mismatch, das den Stationsrhythmus stört. Fix: Der eingehende Athlet bewegt sich erst, wenn das vereinbarte Signal gegeben wurde, egal ob er selbst schon bereit ist.
Zu weit vom Equipment entfernt warten. Der rastende Athlet steht 3–4 Meter von der Station entfernt. Nach der Übergabe muss er erst die Distanz schließen, bevor er starten kann. Das kostet 2–3 Sekunden pro Übergang. Fix: Der rastende Athlet bleibt immer in Reichweite des Equipments.
Satzgröße während der Station neu verhandeln. Ein Partner entscheidet mitten in der Station, dass die vereinbarten 5er-Sätze zu schwer sind, und ruft 3er-Sätze aus. Das erzeugt Verwirrung und verlangsamt die Übergabekadenz. Fix: Die Satzgröße wird vor Beginn der Station festgelegt. Passt das Gewicht im Training nicht, beim nächsten Mal anpassen, nicht während des Satzes.
Wie diese Sessions in euren Gesamtplan passen
Diese vier Sessions ersetzen nicht das individuelle Training; sie ergänzen es. Die stärksten Doubles-Teams trainieren drei- bis viermal pro Woche allein und zweimal pro Woche gemeinsam im Spitzenvorbeteitungsblock. Die Solo-Sessions bauen die Fitness auf, die jeder Athlet braucht, um seine zugewiesenen Stationen zu absolvieren. Die Partner-Sessions verwandeln individuelle Fitness in Teamleistung.
Minimum an gemeinsamen Sessions vor einem Doubles-Rennen: vier Wochen zweimal wöchentliches Partner-Training. Bleibt ihr darunter, kostet euch das Koordinationsdefizit bei Übergaben und fehlkalibriertees Pacing am Race Day mehr Zeit, als jede Menge zusätzliches Solo-Training wettmachen könnte.
Die Doubles-Division wächst, weil das Format grundlegend anders ist als HYROX® Solo: dynamischer, taktischer, verzeihender gegenüber individuellen Fitness-Lücken, wenn die Partner gut zusammenarbeiten. Wer begreift, dass das Partner-Workout eine eigene Fähigkeit ist und nicht einfach ein Trainingsformat, kommt am Race Day mit einem Plan, der hält.
Häufig gestellte Fragen
Laufen bei HYROX® Doubles beide Athleten jeden Kilometer, oder wechseln sie sich ab? Beide Athleten laufen jeden 1-km-Abschnitt gemeinsam. Das ist eine der am häufigsten missverstandenen Regeln der Doubles-Division. Nach jedem Lauf geht ein Athlet zur Station, während der andere wartet. Das Laufen selbst ist gemeinsam, nicht alternierend. Laufkondition ist damit eine gemeinsame Anforderung, nicht etwas, das ein Partner für den anderen übernehmen kann.
Wie oft pro Woche sollten Doubles-Partner gemeinsam trainieren? Zweimal pro Woche im Spitzenvorbereitungsblock von vier bis sechs Wochen ist die Standardempfehlung. Eine Session sollte Übergaben und Stationshandoffs fokussieren; die andere eine vollständige Race-Simulation oder ein teilweiser Doubles-Lauf bei rennnaher Pace. Mehr als dreimal pro Woche gemeinsam zu trainieren führt oft zu einer Über-Anpassung an die Pace des anderen, anstatt individuelle Fitness weiterzuentwickeln.
Wie übt man Übergaben, wenn man keinen regelmäßigen Zugang zu HYROX®-Equipment hat? Priorisiere Bewegungen, die sich mit minimalem Equipment replizieren lassen: Laufübergaben, Farmers Carry-Übergaben (mit beliebigem Tragegewicht als Ersatz) und Burpee Broad Jump-Übergaben (kein Equipment nötig). SkiErg, Sled und Wall Ball-Übergaben müssen mindestens einmal vor der Rennwoche am echten Equipment geübt werden. Selbst eine einzige Gym-Session mit dem richtigen Equipment ist deutlich besser als keine.
Woran erkenne ich, dass unsere Stationsaufteilung falsch ist? Wenn ein Partner seinen Stationsabschnitt konsequent mehr als 20–25 Sekunden früher beendet als der andere, erzeugt die Aufteilung wahrscheinlich ungleiche Ermüdung. Die individuelle Stationszeit beider Partner über mehrere Trainingseinheiten tracken. Vergrößert sich der Abstand in der zweiten Sessionhälfte, trägt der stärkere Partner zu früh zu viel. Ist ein Partner konsequent flach an seinen zugewiesenen Stationen, ist er möglicherweise auf dieses Bewegungsmuster nicht ausreichend vorbereitet.
Sollen wir die Stationszuweisung vom Training in das Rennen übernehmen oder am Race Day anpassen? Die Zuweisung beibehalten. Der Wert der Zuweisungskarte liegt darin, dass beide Athleten mit automatischem Abruf ins Rennen gehen: wer was macht. Eine Änderung am Race Day, auch wenn sie logisch erscheint, erzeugt Zögern und Koordinationskosten bei Übergaben. Der einzige valide Grund für eine Änderung am Race Day ist ein vorab vereinbarter Notfallauslöser, zum Beispiel, wenn ein Partner vor dem Start krank oder verletzt ist. Änderungen aus Performance-Optimierung am Rennmorgen sind fast immer ein Nettoverlust.
Quellen
Repz analysis of recent seasons of race data comparing Doubles finish times by documented joint training history. Teams with four or more weeks of shared preparation finish 7–12 minutes faster on average than teams without shared pre-race training, consistent across all finish-time bands. ↩
In HYROX® Doubles, both partners complete the full 1 km run between each station together. Neither athlete skips a run segment. The station work alone alternates: one partner works the station while the other waits. This makes cumulative running load identical for both athletes over the course of the race. ↩
Asymmetric rest intervals, where one partner's station time is significantly shorter than the other's, create mismatched recovery windows at every handoff. The partner with longer rest periods arrives at their set over-recovered and tends to either go out too hard or waste the recovery advantage. Both outcomes reduce the performance efficiency of the team as a unit. ↩
Repz pacing data from Doubles race entries shows that teams who go out more than 8% faster than target pace in km 1–2 have a 67% higher incidence of finish times exceeding target by more than 5 minutes, compared to teams who hold pace in the opening two runs. ↩
Post-session review protocols in structured doubles training programs correlate with faster improvement in transition times across a preparation block. Teams who log and review splits after each simulation session show an average transition improvement of 4.2 seconds per handoff over an 8-week block, compared to 1.8 seconds for teams who train without structured review. ↩
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