RPE
Rate of Perceived Exertion (RPE): eine subjektive 1–10-Skala, mit der du die Intensität eines Workouts ohne Herzfrequenzmesser einschätzt. Wird häufig eingesetzt, um die Belastung im HYROX®-Training zu steuern.
Rate of Perceived Exertion (RPE)
Rate of Perceived Exertion, kurz RPE, ist eine subjektive 1-10-Skala, mit der du einschätzt, wie anstrengend sich ein Workout anfühlt, ohne Herzfrequenzmesser oder Power-Meter. Entwickelt wurde sie ursprünglich vom schwedischen Psychologen Gunnar Borg; die heute gebräuchliche 1-10-Version haben die meisten Coaches vereinfacht übernommen. Ein RPE von 1 bedeutet kaum Anstrengung, also Couchliegen, ein RPE von 10 steht für absolutes Maximum, mehr ist unmöglich.
Warum RPE für HYROX® zählt
Bei HYROX® musst du deine Belastung über acht Laufrunden und acht Stationen hinweg über 60 bis 90+ Minuten im Griff haben. Gehst du den ersten Kilometer zu hart an, bezahlst du drei Minuten später am Sled Push dafür.[1] RPE ist dein inneres Armaturenbrett, das dich durch jeden Stationswechsel begleitet.
Herzfrequenzmesser sind nützlich, aber sie hinken der tatsächlichen Belastung hinterher und werden durch Hitze, Koffein, Adrenalin oder den Brustdruck einer Gewichtsweste beeinflusst. RPE reagiert sofort: Du merkst in dem Moment, wenn ein Sled Push von einer 7 auf eine 9 kippt. Bei einem Mixed-Modal-Event wie HYROX® ist dieses direkte Feedback unverzichtbar.
Wer RPE im Training konsequent nutzt, entwickelt Körpergefühl.[2] Athleten, die ihre Belastung regelmäßig einschätzen, sind am Race Day besser im Pacing, weil sie ihre innere Skala über Hunderte von Sessions gegen bekannte Benchmarks kalibriert haben.
So setzt du RPE ein
Bei HYROX®-spezifischen Einheiten gibst du jedem Abschnitt einen RPE-Zielwert. Die Laufstrecken zwischen den Stationen sollten in der ersten Rennhälfte bei RPE 6-7 liegen, in der zweiten Hälfte bei RPE 7-8. Stationsarbeit wie Wall Balls oder Burpee Broad Jumps steigt naturgemäß auf RPE 8-9. Zu wissen, dass du dieses Niveau für die geforderten Wiederholungen halten kannst, ist ein zentraler Teil deiner Pacing-Strategie.
Bei der Wochenplanung nutzt du RPE zur Selbstregulation deiner Krafteinheiten. Wenn ein Satz Back Squats mit RPE 8 verschrieben ist, hörst du auf, sobald du das Gefühl hast, noch etwa zwei Wiederholungen in Reserve zu haben. Das schützt dich vor Übertraining an müden Tagen und lässt dich an guten Tagen mehr rausholen.
Führ ein einfaches Protokoll: Notier nach jedem Satz oder Intervall den RPE-Wert. Nach einigen Wochen erkennst du Muster. Wenn deine lockeren Läufe über RPE 5 kriechen, baut sich kumulierte Ermüdung auf und ein Deload ist fällig.
Orientierungswerte
- RPE 3-4: Aktive Recovery-Läufe, Aufwärmen und Cooldowns.
- RPE 5-6: Aerober Grundlagenaufbau und Zone 2-Laufen, also Konversationstempo.
- RPE 7-8: Tempoläufe, Stationsintervalle und Race-Pace-Simulationen.
- RPE 9-10: Maximalintervalle und Wettkampf-Sprintphasen, sparsam einsetzen.
- Wöchentlich kalibrieren: Vergleich RPE mit Pace, Herzfrequenz oder Gewicht, damit deine Skala verlässlich bleibt.
Häufige Fragen
Ist RPE genau genug für ernsthaftes Training?
Ja. Studien zeigen konsistent, dass trainierte Athleten ihre Belastung auf eine Zone genau einschätzen. Je öfter du es übst, desto treffsicherer wirst du. Viele Elite-Coaches bevorzugen RPE gegenüber der Herzfrequenz bei Intervalleinheiten, weil RPE sofort reagiert.
Wie nutze ich RPE am Race Day bei HYROX®?
Halt die Laufabschnitte in den ersten vier Runden bei RPE 6-7 und erlaube dir für die letzten vier RPE 8. Die Stationen gehen naturgemäß auf 8-9 hoch. Fühlt sich ein Laufabschnitt vor Runde fünf schon wie eine 9 an, bist du zu schnell gestartet und musst zurückschalten.
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Quellen
Ribeiro, G., De Aguiar, R. A., Tramontin, A. F., Martins, E. C., & Caputo, F. (2024). Fatigue and performance rates as decision-making criteria in pacing control during CrossFit. Perceptual and Motor Skills, 131(4), 1274-1290. https://doi.org/10.1177/00315125241247858 ↩
McCormick, A., Meijen, C., & Marcora, S. (2015). Psychological determinants of whole-body endurance performance. Sports Medicine, 45(7), 997-1015. https://doi.org/10.1007/s40279-015-0319-6 ↩
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