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Sehne

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Straffes Bindegewebe, das Muskel und Knochen verbindet. Sehnen speichern elastische Energie beim Laufen und Springen, ein entscheidender Faktor für deine HYROX®-Leistung.

Sehne: Straffes Bindegewebe, das Muskel und Knochen verbindet. Sehnen speichern elastische Energie beim Laufen und Springen, ein entscheidender Faktor für deine HYROX®-Leistung.

Sehne

Eine Sehne ist ein dichtes Band aus faserigem Bindegewebe, das den Muskel am Knochen verankert und die Kraft jeder Kontraktion in Bewegung überträgt. Sie bestehen hauptsächlich aus parallel angeordneten Kollagenfasern und sind außerordentlich belastbar. Gleichzeitig funktionieren sie wie biologische Federn: Sie speichern elastische Energie bei dynamischen Bewegungen wie Laufen, Springen und Drücken und geben sie wieder frei.

Warum Sehnen für HYROX® entscheidend sind

HYROX® stellt extreme Anforderungen an deine Sehnen. Allein die Achillessehne absorbiert bei jedem Laufschritt das 6- bis 8-Fache deines Körpergewichts. In einem Rennen macht das rund 12.000 Schritte über 8 km. Dazu kommen die explosiven Kräfte der Burpee Broad Jumps, die anhaltende Belastung beim Sled Push und das repetitive Kniebeugemuster bei 75–100 Wall Balls. Sehnen gehören damit zu den am stärksten beanspruchten Geweben im ganzen Körper.

Gut trainierte Sehnen überleben diese Belastung nicht nur, sie machen dich schneller. Achillessehne und Patellasehne wirken beim Laufen wie Federn: Sie dehnen sich unter Last und geben die gespeicherte Energie beim Abdrücken wieder frei.[1] Dieser elastische Rückstoß senkt den Energieverbrauch beim Laufen um 35–50 %. Besser konditionierte Sehnen machen dich also schlicht effizienter.

Der Haken: Sehnen passen sich deutlich langsamer an als Muskeln. Während Muskelkraft schon nach 4–6 Wochen spürbar zunimmt, brauchen Sehnen 3–6 Monate progressiver Belastung, um ihre Steifigkeit und ihren Querschnitt merklich zu erhöhen. Genau dieses Ungleichgewicht erklärt, warum Sehnenverletzungen wie Achillestendinopathie und Patellatendinopathie zu den häufigsten Überlastungsschäden bei HYROX®-Athleten gehören, die ihr Training zu schnell steigern.

Wie Sehnen funktionieren

Sehnen bestehen hauptsächlich aus Typ-I-Kollagenfasern, die von spezialisierten Zellen, den Tenozyten, produziert werden. Diese Fasern sind zu Faszikelsträngen gebündelt und von einer Bindegewebshülle umgeben. Das ergibt eine Struktur, die enorme Zugkräfte aushält.

Wenn sich ein Muskel kontrahiert, leitet die Sehne die Kraft weiter und bewegt den Knochen. Bei dynamischen Bewegungen dehnt sich die Sehne leicht unter Last, wie ein zurückgezogenes Gummiband, und schnellt dann zurück. Damit trägt sie kostenlose Energie zur Bewegung bei. Dieses Dehnungs-Verkürzungs-Prinzip erklärt, warum das Hochfedern aus einer Kniebeuge leichter fällt als das Hochkommen nach einer Pause: Die Sehne speichert Energie auf dem Weg nach unten und gibt sie auf dem Weg nach oben wieder ab.

Der Sehnenumbau folgt dem Prinzip der Mechanotransduktion: Tenozyten nehmen mechanische Reize wahr und reagieren darauf mit der Produktion von neuem Kollagen. Schwere, langsame Belastung wie isometrische Halteübungen und langsame Exzentrik stimuliert die Bildung von dichtem, gut ausgerichtetem Kollagen. Zu wenig Reiz führt zu Kollagenabbau. Zu viel auf einmal verursacht Mikrorisse, die sich zur Tendinopathie entwickeln können.

Training und Verbesserung

  • Trainingsvolumen schrittweise steigern. Halte die 10-%-Regel ein: Erhöhe die wöchentliche Laufdistanz oder das Stationsvolumen nie um mehr als 10 % pro Woche, damit die Sehnen Zeit zur Anpassung haben.
  • Isometrische Halteübungen einbauen. Wandsitzen (45 Sekunden), einbeinige Wadenheben mit Pause und gehaltene Kniebeugen stärken die Sehnen ohne hohe Stoßbelastung.
  • Langsame Exzentrik nutzen. Exzentrische Wadenheben (3 Sekunden nach unten) und exzentrische einbeinige Kniebeugen gelten als Goldstandard für Achillessehnen- und Patellasehnengesundheit.
  • Kollagen und Vitamin C ergänzen. Studien deuten darauf hin, dass 15 g Kollagenpeptide mit 50 mg Vitamin C, eingenommen 30–60 Minuten vor dem Training, die Kollagensynthese in Sehnen unterstützen können.
  • Erholung zwischen hochintensiven Einheiten priorisieren. Lass 48 Stunden zwischen schweren Lauf- oder Sprungeinheiten, damit die Sehnen Zeit zum Umbau haben.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich eine Sehnenverletzung im Unterschied zu normalem Muskelkater?

Sehnenschmerz ist typischerweise punktgenau lokalisierbar, etwa am Achillesansatz oder an der Knieinnenseite. Er verstärkt sich zu Beginn der Belastung, kann sich kurz in der Aufwärmphase verbessern und kommt nach dem Training zurück. Morgens fühlt sich die Stelle oft steif an. Muskelkater ist flächiger, bessert sich mit Bewegung und klingt innerhalb von 24–72 Stunden ab.

Können Sehnen auch bei älteren Athleten noch stärker werden?

Ja. Sehnen reagieren auf progressive Belastung in jedem Alter, auch wenn die Anpassungsrate mit der Zeit abnimmt. Studien zeigen, dass selbst Athleten über 50 durch konsequentes Heavy-Slow-Resistance-Training über 12–24 Wochen Sehnensteifigkeit und Querschnitt deutlich steigern können.


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Quellen

  1. Bohm, S., Mersmann, F., Santuz, A., & Arampatzis, A. (2021). Enthalpy efficiency of the soleus muscle contributes to improvements in running economy. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, 288(1943), 20202784. https://doi.org/10.1098/rspb.2020.2784

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