Rowing
Rowing ist die 4. Workout-Station in jedem HYROX-Rennen. Athleten absolvieren 1.000 Meter auf einem Concept2-Rudergerät. Alle Divisionen rudern dieselbe Distanz, daher sind Technik und Pacing die entscheidenden Faktoren.
Definition
Rowing ist die 4. Workout-Station in jedem HYROX®-Rennen. Nach dem vierten 1-km-Lauf setzen sich die Athleten auf einen Concept2-Rower und rudern 1.000 Meter so schnell wie möglich. Rowing ist die erste von zwei Ergometer-Stationen im Rennen (die zweite ist der SkiErg) und gibt den Beinen eine kurze Verschnaufpause nach drei kräftezehrenden Stationen, die hauptsächlich den Unterkörper belasten.[1]
Alle Divisionen, Open Men, Open Women, Pro Men und Pro Women, rudern dieselben 1.000 m. Der Concept2-Rower ist das einzige zugelassene Gerät und ist auf den werksseitigen Standard-Zugwiderstand eingestellt. Das Ergebnis an dieser Station hängt weniger von roher Kraft ab als von Technik, Schlageffizienz und Pacing.
Technik & Ausführung
Der Ruderschlag besteht aus vier Phasen: Catch, Drive, Finish und Recovery. Beim Catch sitzt du aufrecht, die Schienen stehen senkrecht, Arme gestreckt, Schultern leicht vor den Hüften. Starte den Drive, indem du zuerst mit den Beinen drückst (60 % der Kraft), den Oberkörper leicht nach hinten neigst (20 %) und dann den Griff zur unteren Brust ziehst (20 %).
Im Finish lehnst du etwa 10–15 Grad hinter die Senkrechte, der Griff liegt auf Höhe des unteren Rippenbogens. Die Recovery läuft in umgekehrter Reihenfolge: erst Arme strecken, dann nach vorn beugen, dann Knie anziehen, zurück in den Catch.
Atmung: Ausatmen beim Drive, einatmen bei der Recovery. Halte einen gleichmäßigen Atemrhythmus, der zu deiner Schlagrate passt.
Typische Fehler:
- Mit den Armen ziehen, bevor die Beine den Drive abgeschlossen haben
- Dämpfer zu hoch einstellen (8–10), was unnötig Energie kostet; für HYROX® ist eine Einstellung von 4–6 optimal
- Recovery zu schnell ausführen, was die Erholungszeit verkürzt und die Schlagrate erhöht, ohne mehr Power zu erzeugen
- Rundrücken beim Catch
Beanspruchte Muskeln
Primär:
- Quadrizeps (Drive-Phase)
- Gesäßmuskulatur
- Latissimus dorsi (Zugphase)
- Hamstrings
Sekundär:
- Bizeps
- Unterarme
- Core (Stabilisierung über den gesamten Schlag)
- Waden
- Hintere Schultermuskulatur
- Rhomboiden und Trapezmuskel
Wettkampfstandards
| Division | Distanz | Equipment |
|---|---|---|
| Open Men | 1.000 m | Concept2 Rower |
| Open Women | 1.000 m | Concept2 Rower |
| Pro Men | 1.000 m | Concept2 Rower |
| Pro Women | 1.000 m | Concept2 Rower |
Alle Divisionen rudern dieselben 1.000 m auf einem Concept2 Model D oder E.
Training
Integriere 1.000-m-Rowing-Intervalle 1–2-mal pro Woche in dein Training. Starte mit 4 x 500 m in Race-Pace bei 90 Sekunden Pause, dann steigere auf 3 x 1.000 m. Notiere deine Splits per 500 m und ziel auf gleichmäßige oder leicht negative Splits ab.
Orientierungszeiten: Kompetitive Open Men sollten einen Split von 1:45–1:55 /500 m anpeilen (Gesamtzeit 3:30–3:50). Open Women zielen auf 2:00–2:10 /500 m (Gesamtzeit 4:00–4:20). Diese Zeiten berücksichtigen die Vorermüdung durch die drei vorherigen Stationen.
Besonders wirksam sind Drill-Sequenzen, die den Drive-Ablauf isolieren: 10 Schläge nur mit den Beinen, 10 Schläge mit Beinen und Rücken, dann 10 vollständige Schläge. So verinnerlichst du die richtige Kraftreihenfolge.
Empfohlene Wochenfrequenz: 2 Rowing-Einheiten (1 Intervall, 1 Steady-State in Zone 2).
Übungsalternativen
- Primär: Rowing (Concept2 Rower)
- Assault Bike: Ganzkörper-Cardio, das ähnliche Energiesysteme beansprucht
- Bike: ausdauerbasierte Alternative mit Schwerpunkt Unterkörper
- Easy Run: baut die aerobe Basis für anhaltende 1.000-m-Belastungen auf
- Ski Erg: oberkörperbetontes Ergometer, das sich gut mit Rowing im Training kombinieren lässt
HYROX®-Rennwirkung
Die Rowing-Station liegt in der Rennmitte und bietet eine strategische Chance. Da die Athleten sitzen, erholen sich die Beine ein Stück weit von der aufgebauten Ermüdung durch Sled Push, Sled Pull und Burpee Broad Jumps. Genau das verleitet aber dazu, zu viel Risiko zu nehmen. Wer beim HYROX®-Rennen eine persönliche Rowing-Bestzeit rudert, zahlt das fast immer auf den anschließenden Farmers Carry- und Laufabschnitten.
Die optimale Strategie: ruder auf 90–92 % deiner Standalone-1.000-m-Leistung. Das schont die Reserven für die zweite Rennhälfte, wo die kumulierte Ermüdung immer stärker wird.
FAQ
Welche Dämpfereinstellung sollte ich beim HYROX®-Rowing verwenden? Für die meisten Athleten ist eine Einstellung von 4–6 empfehlenswert. Höhere Einstellungen fühlen sich pro Schlag schwerer an, erzeugen aber nicht unbedingt schnellere Zeiten, sie ermüden dich nur schneller.
Wie lange dauert die 1.000-m-Strecke beim HYROX®? Kompetitive Open Men absolvieren sie in 3:30–4:00. Open Women liegen typischerweise bei 4:00–4:45. Elite-Pro-Athleten rudern unter 3:20.
Sollte ich beim HYROX® mein persönliches Bestes rudern? Nein. Halte 8–10 % Reserve. Wer in der Rennmitte alles gibt, leidet auf den verbleibenden vier Stationen. Bleib bei kontrollierten, nachhaltigen Splits.
Optimier deinen 1.000-m-Rowing-Split mit Repz: Logg deine Rowing-Intervalle, behalte deine Pacing-Strategie im Blick und folge rennenspezifischen Trainingsplänen, die Ergometer-Arbeit, Laufen und Kraft sinnvoll verknüpfen.
Quellen
Winkert, K., Steinacker, J. M., Koehler, K., & Treff, G. (2022). High energetic demand of elite rowing - Implications for training and nutrition. Frontiers in Physiology, 13, 829757. https://doi.org/10.3389/fphys.2022.829757 ↩
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